Künstliche Intelligenz (KI) – manch einer denkt bei diesem Begriff an Science Fiction oder an Roboter, die die Weltherrschaft übernehmen. Doch was genau steckt eigentlich dahinter? Schon heute können intelligente Technologien die Erfahrungen, die wir mit Produkten machen, persönlicher gestalten. Auch in der Industrie hilft zum Beispiel „Maschinelles Lernen“ – ein Teilgebiet von Künstlicher Intelligenz – dabei, Produktionsprozesse zu optimieren. Künstliche Intelligenz ist also längst keine Zukunftsmusik mehr.
Erinnern Sie sich an das Märchen von Hänsel und Gretel? Um sich im Wald nicht zu verlaufen, legten sie eine Spur weißer Kiesel. Und genauso hinterlassen auch wir täglich unsere Spuren: bei jeder Suche im Internet, bei jeder GPS-Aktivierung am Smartphone, bei jedem „Like“ und neuem Social-Media-Kontakt. Und von diesen Datenspuren lebt KI. Aber auf die meisten „neuen“ Dinge reagieren Menschen zunächst ängstlich – so auch auf Künstliche Intelligenz und ihre Folgen. Im Zuge der industriellen Revolution dachten die Menschen damals, sie würden ihre Jobs an Maschinen verlieren. Heute sind die Maschinen in der Lage zu lernen, und die Menschen fürchten erneut um ihre Arbeit. Aber Künstliche Intelligenz ist nicht dazu da, den Menschen zu ersetzen. Vielmehr können KI-Technologien unsere Fähigkeiten stärken, unsere Lieblingsprodukte verbessern und unser Leben angenehmer machen. Doch was genau ist eigentliche Künstliche Intelligenz?
Für Menschen ist es sehr einfach, Bildinhalte zu entziffern. Nehmen wir an, Sie haben gerade eben gelernt, wie eine Katze aussieht. Ab sofort werden Sie Katzen immer wiedererkennen: in jeder Größe, Form, Farbe oder Pose. Für eine Maschine ist das nicht so einfach, denn ein Computer sieht nur Zahlen. Eine normale Software würde hier versagen. An diesem Punkt kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel, und so funktioniert sie:
„Der Ansatz der Künstlichen Intelligenz bemüht sich darum, die Entscheidungsfindungsstrukturen des menschlichen Gehirns nachzuempfinden, um intelligentes Verhalten zu simulieren. KI soll Maschinen Tätigkeiten ermöglichen, die vorher nur von Menschen ausgeführt werden konnten“, erläutert Jan Schäfer, Data Science Engineer bei Henkel. „Ein Computer kann zum Beispiel lernen, mithilfe von neuronalen Netzwerken und ausreichend Lernmaterial Muster in Daten zu identifizieren. Auf diese Weise kann der Computer den Inhalt von Bildern erkennen und beschreiben oder sogar anhand einer Beschreibung neue Bilder erstellen.“
Die Maschine erkennt also Muster und gleicht Verhalten ab. Interessanterweise sind Algorithmen aber nichts Neues, in jüngster Zeit hat sich lediglich die Rechenleistung verbessert, so dass KI schneller werden konnte. Aber die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche KI sind Daten. „Ich würde sagen, dass die Erschaffung einer KI zu 80 Prozent vom Zugang bzw. Zugriff auf die erforderlichen Daten abhängt“, erläutert Schäfer, einer von acht Datenwissenschaftlern, die die Unternehmensbereiche und Funktionen von Henkel bei KI-Themen unterstützen.
Zu den bereits realisierten KI-Projekten gehört das SalonLab von Schwarzkopf Professional – ein Ökosystem für den Friseursalon der Zukunft: „Mit SalonLab definieren wir neu, wie Friseure und ihre Kunden im Haarsalon Schönheit erleben“, erklärt Dr. Nils Daecke, Leiter Digital Marketing bei Henkel Beauty Care. „Gleichzeitig legen wir den Grundstein für disruptive, datengetriebene Geschäftsmodelle auf der Grundlage von Verbraucherwünschen und Haareigenschaften.“
Zunächst wurden rund 10.000 Haarproben gescannt, dann mit unterschiedlichen Schwarzkopf Professional-Produkten in verschiedenen Farbtönen koloriert und schließlich erneut eingescannt. Maschinelles Lernen und die riesige Menge an Scan-Inputdaten ermöglichen es dem Computer zu ermitteln, wie das Haar des Verbrauchers nach der Anwendung eines bestimmten Produkts aussehen wird. Die SalonLab Berater-App bringt das Ergebnis mittels Augmented Reality-Technologie zum Leben und zeigt dem Kunden den möglichen neuen Farb-Look.
In Kombination mit anderen Technologien kann KI sogar noch mehr. Zum Beispiel wenn es mit dem „Internet der Dinge“ (IoT) kommuniziert, also mit Innovationen, die Online-Daten nutzen und uns ermöglichen, Heizungen, Kühlschränke oder Rollläden über das Internet zu steuern.
2017 hat Henkel „HomeControl“ auf den Markt gebracht: das erste IoT-Mückenschutzgerät, das gleichzeitig auch KI nutzt. Die Kunden können jetzt unabhängig von ihrem aktuellen Aufenthaltsort ihr Heim gegen die störenden Insekten schützen, denn HomeControl gibt automatisch eine konkret berechnete Dosis des Mückenschutzmittels ab. Außerdem hat das Gerät ein Sonderfeature, den sogenannten Smart-Modus. Innovationsmanager Robert Ruiz-Hernandez erklärt, was es damit auf sich hat: „Zwei Faktoren machen das System intelligent: Zum einen erhält es von seinem Nutzer relevante Umgebungsdaten, beispielsweise Zimmergröße und Vorhandensein von Insekten. Zum anderen hat das System Zugang zu einer Online-Wettervorhersage, die auch über die jeweilige Mückendichte vor Ort informiert.“ Auf der Basis dieser Informationen berechnet die Künstliche Intelligenz, welche Insektiziddosis erforderlich ist, um die lästigen Blutsauger fernzuhalten.
Künstliche Dummheit
Manchmal geht Künstliche Intelligenz auch gründlich daneben. Hier ein paar lustige Misserfolge:
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